Die Krippe in der Marienkirche - nicht nur zur Weihnachtszeit

Vom ersten Adventssonntag 2014 an stellt die Krippe in der Marienkirche wieder jede Woche neu ein szenisches Bild dar, welches das Sonntagsevangelium deutet. Das kreative Krippenteam um Jörg Barzen gestaltet die Weihnachtskrippe mit den über 70 Jahre alten Krippenfiguren und neuen Kulissen und Gewändern. Die Künstlerin Johanna Lammers-Vordermeier schnitzte 1939/40 für die Marienkirche 15 Figuren mit ausdrucksstarken Gesichtern. Die Beweglichkeit der bis 1,30 m großen Figuren und die variablen Kostüme erlauben eine große Bandbreite an Darstellungsmöglichkeiten. So kann dieselbe Figur in verschiedenen Bildern durch entsprechende Garderobe verschiedene Rollen und Personen darstellen: ein Prophet, Johannes der Täufer, Herbergsvater, Josef oder ….

Spannend wird es, wenn nach der Weihnachtszeit mit den vertrauten Bildern von der Geburt Jesu dieselbe Krippe weitere biblische Szenerien aufgreift wie die Taufe Jesu, dann Tod und Auferstehung am Osterfest und die Sendung des heiligen Geistes am Pfingstfest. Bis zum Sommer 2015 gibt es immer wieder Neues zu sehen. Kinder (und Erwachsene!) können so ganz plastisch sehen, was alles in der Bibel steckt, und haben ihre Freude daran. (Th.E.)

 

1. Bild - 1. Adventssonntag

Krippenbild 1. Advent

Menschen üben barmherzige Werke in und an der Welt aus, zeigen sich sozusagen gleichsam als wachsame Menschen in Erwartung des Reiches Gottes. 

 

 

Hungernde speisen
Kranke pflegen
Obdach gewähren

Im Vordergrund sieht man eine städtische Kulisse. In einzelnen Gruppen von Menschen werden „Werke der Barmherzigkeit“ beispielhaft dargestellt. 

-        Jemand gibt einem Hungrigen etwas zu essen

-        Jemand pflegt einen bettlägerig Kranken

-        Jemand gewährt einem anderen Obdach

Im Hintergrund stellt eine Tempelszene den entsprechenden religiösen Bezug her.

So soll die Wachsamkeit des christlichen Menschen dargestellt werden als Haltung, die sich aus Offenheit für Gott (Gottesdienst) und Weltzuwendung (Dienst an der Welt) zusammensetzt. 

Priester und Bundeslade
Priester im Tempel

Tagesevangelium Mk 13, 24-37  (Lesejahr B)

 

A

ber in jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr (all) das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft.

Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater. Seht euch also vor und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.

Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.

Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.

Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Bettler
Kind auf der Treppe
Krankenpflege

Deutende Gedanken:

Die „Rede über die Endzeit“ (Mk 13), der diese Stelle entnommen ist, spricht insgesamt von politischen und kosmischen Katastrophen als den Vorzeichen des Weltendes; vor allem aber von dessen Höhepunkt, der Wiederkunft, respektive Ankunft (= Advent) Christi.

Die Pointe des hier benutzten Gleichnisses ist die unberechenbare Rückkehr des Hausherrn; sie zwingt den Türhüter, die ganze Zeit über wachsam zu sein. Und sie zwingt auch alle anderen Knechte, stets bereit zu sein und auf keinen Fall schlafend angetroffen zu werden – ausdrücklich sind abschließend ALLE als Adressaten benannt.

Die Gemeinschaft der Christen, die dem Tag der Wiederkunft des  Menschensohnes entgegengeht, muss wachsam sein. Das bedeutet aber nicht, dass sie untätig auf ihn harren soll.

Sich als Christ „vom Ende her“ bestimmen zu lassen, heißt weder den Tag fieberhaft herbeizusehnen, noch den Termin zu berechnen, noch aufs Ende fokussiert den Kontakt zur Welt zu verlieren. Es bedeutet vielmehr, die „Zeichen der Zeit“ aufmerksam zu verfolgen, die vom Herrn übertragenen Vollmachten an und in der Welt zu übernehmen und auszuüben und sich bewusst zu bleiben, dass wir dereinst Gott von Angesicht zu Angesicht schauen werden.      (J.B.)

 

2. Bild - 2. Adventssonntag

Krippenbild 2. Advent

Johannes der Täufer predigt und tauft zur Umkehr und Vergebung der Sünden als Wegbereiter Christi.

Am Stadttor
Bürger der Stadt
Menschen hören Johannes am Stadttor zu

Im Hintergrund wird ein Stadttor dargestellt. Die Szene spielt vor der Stadt am Jordan. Johannes steht am Fluss und predigt der Menschenmenge, die aus der Stadt zu ihm strömt. Die Menschen richten sich aufmerksam in Richtung Johannes oder werden betend dargestellt

Johannes predigt Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden
Kind am Brunnen

2. Adventssonntag – Lesejahr B – Tagesevangelium Mk 1, 1-8

A

nfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes:

Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.

Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!

So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.

Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.

Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Aufmerksamer Hörer
Hirte am Fluß
Ein Zweifelnder

Deutende Gedanken

Der Weg als Bild der Änderung und Erneuerung spielt in der Bibel an mehreren Stellen eine entscheidende Rolle.

- Das Ereignis des Exodus, des Wegs aus der Sklaverei in Ägypten, gehört zur fundamentalen Erfahrung des Volkes Israel. Nach dem Exodus realisiert sich der Weg des Volkes immer in wechselnder Hinkehr und (drohender) Abkehr von Gott; mit entsprechenden „Folgen“, letztlich in der Vertreibung aus dem gelobten Land, dem babylonischen Exil. In der Erfahrung der Not, gewinnt der Gedanke der Wegbereitung zurück „an die Seite Gottes“ zunehmend an Bedeutung.  Bei Jesaja, der die Heimkehr aus der Gefangenschaft ankündigt, findet er sich verbunden mit der Messiaserwartung: „Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!“ (Jes 40,3).

Bereit zur Taufe im Jordan

- Die Erwartung der Wiederkunft des Elija vor der Ankunft des Messias war im Volk Israel zurzeit Jesu lebendig. Diese Messiaserwartung führte zu unterschiedlichen vorbereitenden jüdischen Taufriten. Genau in diesem Kontext stellt Markus den Johannes den Täufer als Vorläufer des Christus-Messias dar. Auch der Ort der Wüste ist hierbei nicht zufällig gewählt, stellt er doch nach einem in Israel verbreiteten Verständnis den Ort der letzten Entscheidung im Ringen Gottes um sein Volk dar.

 

Johannes im Kamelhaargewand

Die „Taufe der Umkehr zur Vergebung von Sünden“ im Jordan verbunden mit dem Aufruf zur „Umkehr“ versinnbildlicht die radikale Ausrichtung auf Gott. Bei Johannes geschieht sie als öffentliches Bekenntnis, worin die ernsthafte Bereitschaft zur Umkehr zum Ausdruck kommt. 

Die Evangelien verdichten in den Johanneserzählungen, dass die Zeit der Vorbereitung vorbei ist. Deutlich weist Johannes von sich auf den hin, „der nach ihm kommt, der stärker ist als er, der mit dem Heiligen Geist tauft“ und die Menschen neu mit Gott versöhnen wird. Dieser Jesus ist als der Messias der Wegbereiter zum Vater, letztlich der Weg selbst. (J.B.)

Fotos: Thomas Eisenmenger

3. Bild - 3. Adventssonntag

Krippe 3. Adent

Die Predigtszene Johannes des Täufers vom vorherigen 2. Adventssonntag wird ergänzt.

Johannes - Soldaten und Priester
Johannes zeigt auf den Altar als Symbol für Christus

Die „Offiziellen“ sind bei Johannes angekommen und erkundigen sich, wer er sei. Johannes weist von sich weg und zeigt auf Jesus. 

In der Marienkirche zeigt Johannes in Richtung des Altarraumes mit dem Altar und dem Tabernakel. Der Altar ist  Symbol und  der Tabernakel ist Aufbewahrungsort des Sakramentes des mitten unter uns gegenwärtigen Christus.

3. Adventssonntag – Lesejahr B – Tagesevangelium Joh 1, 6-8. 19-28

E

s trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

Dies ist das Zeugnis des Johannes: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du? bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. 

Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein.

Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst?

Johannes der Täufer
Am Jordanfluss
Bauer mit Eselskarren

Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn! wie der Prophet Jesaja gesagt hat. Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.

Deutende Gedanken:

Was für ein Dialog!?.Stellen Sie sich vor, Sie fragen jemanden, „Wer bist du?“ oder „Wie heißt Du?“. Und als Antwort erhalten Sie die Aussage: „Ich bin nicht der oder der…“ oder: „Ich heiße nicht so oder so…“ Und schlimmer noch: dreimal haken die Fragesteller nach und jedes Mal ist die Antwort gleich. Bei der Frage nach dem „Wer“ geht es bei Johannes dem Täufer in der Wüste darum, wofür er steht, was seine Überzeugung ist, welches „Zeugnis“ er ablegt.

Straßenszene vor dem Brunnen
Frauen wenden sich Johannes zu
Soldaten - Johannes - Kind am Brunnen

Dieses Zeugnis wird zu Beginn des Verses 19 demonstrativ angekündigt: „Dies ist das Zeugnis des Johannes“  -  und dann?  Eine klare Aussage bleibt offen, keine prägnante Formulierung, keine Definition. Alles bleibt vage. Der Leser ist gezwungen, sich das „Zeugnis“ regelrecht zu erschließen. Klar ist nur eines: Johannes ist nicht der ersehnte Messias, nicht der erwartete Elia, noch nicht mal der angekündigte Prophet. Für den Evangelisten ist Johannes die namenlose Personifikation einer prophetischen Erinnerung – aber auch das namenlose Zeugnis der prophetischen Verheißung schlechthin.

Hirtenmädchen
Straßenhändler

Direkt zu Beginn des Johannes-Evangeliums wird deutlich, dass alles Geschehen in seiner Funktion im heilsgeschichtlichen Geschehen auf Jesus Christus fokussiert und auf dessen Einzigartigkeit zentriert ist. Dieser Jesus („…der mitten unter euch steht…“) ist wirklich das Ende des Wartens auf den neuen Bund Gottes mit den Menschen. Der Zeuge muss hinter dem Bezeugten, alles muss dahinter zurücktreten. (J.B.)

4. Bild - 4. Adventssonntag

Krippe 4. Advent

Verkündigung durch den Engel Gabriel an Maria.

Dargestellt wird das Innere eines Hauses. Die wundersame Erzählung von der Menschwerdung Jesu wird in einer alltäglichen Arbeitssituation der jungen Frau im Haus platziert.

Maria in der Küche
Josef mit Schafen

Die ungewöhnliche (wundersame) Erscheinung wird durch einen Licht-Dunkel Kontrast hervorgehoben.  

4. Adventssonntag – Lesejahr B – Tagesevangelium Lk 1, 26-38

 

 

I

 

m sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

Maria und Erzengel Gabriel
Wie soll das geschehen?
Mir geschehe nach deinem Wort

Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Deutende Gedanken:

„Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria.“ Nicht so leicht zu verstehen für einen eher rational geprägten Menschen; Stein des Anstoßes für viele erklärte Zweifler, Atheisten aber auch viele Glaubende. Zur Jungfrauengeburt gibt es wirklich einige „theologische Verrenkungen“. Denn das ist ja eigentlich nicht zu glauben. Aber sollte für Gott andererseits etwas unmöglich sein?

Verkündigung
Josef abseits

Das Kommen Jesu passt von Anfang an nicht zu unseren Vorstellungen und unseren Überzeugungen. Gott und Mensch zugleich. Das können wir nicht denken. Das übersteigt unsere Logik. Das bekommen wir nicht in unseren Verstand hinein. Und doch genau das ist hiermit ausgesagt. Von Anfang an ist das, was mit Jesus geschieht, ein Wunder.
 

Und dieses Wundersame geschieht -das wird wohl an keiner anderen Stelle deutlicher als bei Maria - durch Menschen, die von Gott in seinen Heilsplan hineingenommen werden. Maria bringt Jesus zur Welt. Ohne Maria hätte der Sohn Gottes nicht auf die Welt kommen können. Das heißt, er hätte schon; aber Gottes Wille war, dass er von einer Frau geboren werden sollte. Gott vertraut sich dem Menschen an, ja liefert sich ihm aus. Wunderbar, in welche Abhängigkeit sich Gott in Jesus begeben hat. Gott fragt Maria durch den Engel, ob sie einverstanden ist, dass sie den Retter gebären soll. Er braucht Marias Ja. Gott macht sich in dem Höchsten, was er tut, in der Sendung seines Sohnes, von der Zustimmung eines schwachen Menschen abhängig. Er will es nicht ohne uns tun. Welch eine Größe!  

Von daher gilt das Jesus-zur-Welt-bringen im übertragenden Sinn für uns auch. Wir sehen an Maria ein Grundmuster des Glaubens: Es besteht darin, nicht zuerst zu tun, sondern geschehen zu lassen. Nicht zuerst Aktion, sondern zuerst Hingabe. Gott will handeln, zuerst an uns und dann durch uns.  (J.B.) 

5. Bild - Weihnachten

Weihnachtskrippe in der Marienkirche

Krippenszene von der Geburt Christi im Stall zu Bethlehem.

Krippe unter dem Sternenhimmel
Sterne in der Kirche

Ein Sternenhimmel versetzt den Betrachter der Szenerie in die Nacht der Geburt – auch schon Vorzeichen auf den einen Stern, der den Weisen aus dem Morgenland den Weg nach Bethlehem weist.

 

 

Weihnachten – Lesejahr B – Tagesevangelium Lk 2, 1-14

 

I

n jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.

Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.

Maria im Stall
Maria und Jesus

Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

Hirten
Hirtenmädchen
Landfrau

In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.

Engel und Hirte

Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.

Engel
Hirten vor dem Stall
Kind vor der Krippe

Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe / und auf Erden ist Friede / bei den Menschen seiner Gnade.

 

6. Bild - Neujahr

Maria als Pieta - im Stall

Zum Hochfest der Gottesmutter Maria / Neujahr wird die Krippenszene umgestellt. Maria wird mit dem Jesuskind in eine zentrale Position gesetzt. Das Arrangement wird dabei bewusst gleichartig wie die Pietá gestaltet. Die Person Marias, die als Glaubende „Ja“ gesagt und dabei in Kauf nimmt, dass der Weg des Menschensohns mitunter auch konträr zu den eigenen Vorstellung läuft und schließlich im gewaltsamen Tod endet.

Der Stern leuchtet am Himmel
Pilgerndes Gottesvolk in der Kirche
Gäste an der Krippe
Halleluja - Gloria in exelsis Deo
Harfenengel
Dieses Jahr ein neuer Gast
Flötenengel
Dem Stern folgen
Drei Könige unterwegs zur Krippe

Die Könige werden bereits ihren sichtbaren Platz in der Kirche erhalten. Sie stellen so die Verbindung her zur betenden Gemeinde, die als „Volk Gottes“ gleichsam auch zur Krippe pilgert. (J.B.)

Kaspar-Melchior - Balthasar
König Melchior
Mit Geschenken bepackt
Heilige Familie im Stall

7. Bild - Erscheinung des Herrn

Vor dem Stall versammelt

Die Heiligen Drei Könige erreichen die Stadt Bethlehem und verehren den neugeborenen Menschensohn. Diesmal wollen wir bewusst darstellen, dass Jesus ein ganz anderer „König“ ist als ein prunkvoller und machtvoller Herrscher. Die Geburt in der Armseligkeit der Tierkrippe wird so noch unterstrichen.

Auch der Esel wundert sich
Im Mittelpunkt der neugeborene König
Wir müssen draußen bleiben

Darum gibt es diesmal keine devoten Gesten der Anbetung durch die Könige und die anderen Personen. Diese werden vielmehr mit Jesus „auf Augenhöhe“ dargestellt. Alle Anwesenden sitzen und stehen um den zentral positionierten Jesus herum, der sozusagen sein erstes „Gastmahl“ hält mit Königen, Hirten, Kindern, Armen….

Gruppenbild mit Kind

Das kleine göttliche Kind empfängt seine Gäste. Ein Gruppenbild mit dem königlichen Nachwuchs

Erscheinung des Herrn – Lesejahr B – Tagesevangelium Mt 2, 1 - 12

 

A

ls Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.

Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.

Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.

Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Kleiner König - großer König
Der König ist Gastgeber
Einer von dreien

Deutende Gedanken:

Die Heiligen Drei Könige verehren Jesus in der Krippe. Sie bringen ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe dar. Es sind die symbolischen Gaben, die Jesus als den König, Priester und Propheten charakterisieren. Jesus verbindet in seiner Person Himmel und Erde. Er ist das Bindeglied, das einen neuen Bund zwischen Gott und den Menschen begründet. Er ist der Mittler des beginnenden Reiches Gottes. Und mehr noch: Er ist Gottes Sohn, Gott selbst, in Menschengestalt.

Hirtenjunge
Was weiß ein Schaf
Auch jetzt schon - Lasset die Kinder zu mir kommen

„Eilt mit nach Davids Stadt, den Gott verheißen hat, liegt dort als Kind“, so sagt es ein bekanntes Kirchenlied. Das Bild der drei Könige lädt ein, uns in dieser Weihnachtszeit aufs Neue zu Gott hinzuwenden. Dadurch, dass Gott Mensch geworden ist, ist er für jeden Menschen zum echten Du, zum Gegenüber auf Augenhöhe geworden. Gott – den Menschen so nah, wie es nur geht. „Kommt, lasset uns anbeten… „ (J.B.)

8. Bild - Taufe des Herrn

Krippenbild - Taufe des Herrn

Jesus empfängt von Johannes die Taufe im Jordan. Die Taufszene bildet den Mittelpunkt der Szene. Johannes und Jesus befinden sich bis zum Oberkörper im Wasser. Andere stehen am Jordanufer.

Die Stimme Gottes wird durch eine von oben strahlende Lichtquelle dargestellt.

Wartende Täuflinge
Der Jordan fliesst
Der Hirte schaut zu

Der Jordan-Fluss wird durch blaufarbige Tücher und Frischhaltefolie dargestellt. Die vielfältigen Lichteflektionen rufen die Illusion des fließenden Flusswassers hervor.

Umstehende Figuren in weißen Taufgewändern stellen Taufbewerber dar.

Alltagsbekleidung liegt in Haufen zusammengefaltet am Ufer.

Taufe des Herrn  ( = 1. Sonntag im Jahreskreis) – Lesejahr B – Tagesevangelium Mk 1, 7-11

 

J

ohannes verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Johannes tauft Jesus

In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Deutende Gedanken

Jesus steht in der Reihe derer, die sich von Johannes im Wasser des Jordan taufen lassen zur Vergebung ihrer Sünden. Wir erleben Jesus solidarisch mit den Menschen um ihn herum. Er tut sich in keiner Weise hervor. Er ist einer von ihnen – einer von uns.

Das schwarze Schaf gehört dazu
Feuer für den Hirten
Der Hirte

Das Außerordentliche, das ihn aus allen anderen um ihn herum heraushebt kommt nicht von ihm selber; es kommt vom Himmel, es kommt von Gott. Hierbei geht es um die Bestätigung, wer Jesus eigentlich ist: Du bist mein geliebter Sohn, an Dir habe ich Gefallen gefunden. Dieser Mensch ist Gottes Sohn.

 

Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe

Dies geschieht bei der Taufe; bei jeder Taufe! Kind Gottes werden. In der Taufe wird den Menschen die Gotteskindschaft geschenkt. Auch in unserer Taufe ist der Gottesgeist  auf uns gekommen, hat sich Gott zu uns bekannt, hat er uns an Kindesstatt angenommen.

 

Warten am Stadttor
Taufe vor dem Stadttor
Täufling

Am Fest der Taufe des Herrn sind wir eingeladen, uns neu auf unsere Taufe zu besinnen. Wir sind eingeladen, uns dieses Geschenks mehr und mehr bewusst zu werden. In der Taufe hat Gott sein JA zu uns gesprochen, in unserem Leben ist es an uns, diesem JA unsere Antwort zu geben. Beginnen wir einen Weg der uns in die Tiefe des Glaubens führt, in den Reichtum und in die Macht der Gotteskindschaft, die uns in der Taufe geschenkt worden ist,  damit wir daraus leben in Zeit und Ewigkeit.  (J.B.) 

Gesamtansicht der Krippe

9. Bild - Brotvermehrung

So zahlreich waren die Leute

Für das erste Krippenbild nach der Weihnachtszeit wurde der Text Mk 6, 35 - 44 mit der Speisung der 5000 ausgewählt. Dies ist zwar kein Sonntagsevangelium, aber das Evangelium vom Samstag der 4. Woche im Jahreskreis.

Dargestellt ist einerseits das Thema „Mahlgemeinschaft" durch einen Sitzkreis um Jesus herum dargestellt.

Zum anderen soll durch das Emporheben des gebrochenen Brotes durch Jesus auch der eucharistische Bezug deutlich werden.

 

Mk 6,30-44 - Die Rückkehr der Jünger und die Speisung der Fünftausend

(Evangelium vom Samstag der 4. Woche im Jahreskreis)

 


Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.

 

Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an.

Er lehrte sie lange

Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

Gegen Abend kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät. Schick sie weg, damit sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Sollen wir weggehen, für zweihundert Denare Brot kaufen und es ihnen geben, damit sie zu essen haben?

Er sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht nach! Sie sahen nach und berichteten: Fünf Brote und außerdem zwei Fische.

Sie setzten sich in Gruppen ins grüne Gras

Dann befahl er ihnen, den Leuten zu sagen, sie sollten sich in Gruppen ins grüne Gras setzen. Und sie setzten sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig. Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen. Und alle aßen und wurden satt.

Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. Es waren fünftausend Männer, die von den Broten gegessen hatten.

 

Deutende Gedanken

Eigentlich sind die Jünger doch sehr weitsichtig und verantwortungsvoll. Sie haben die bevorstehende Lage im Blick, als sie Jesus daran erinnern, dass die Leute, die bei ihm sind und ihm zuhören, Hunger haben.

Sollen wir Brot kaufen
5 Brote _ 2 Fische

Jesu Antwort ist schlicht und einfach: „Gebt ihr ihnen zu essen!". Er überträgt den Jüngern diese Aufgabe, obwohl es möglich wäre, die Menschen in die umliegenden Dörfer zu schicken, um sich etwas zu kaufen. Doch es gibt berechtigte Zweifel an der Umsetzbarkeit dieser Aufforderung, denn es gibt nur fünf Brote und zwei Fische

Er brach die Brote
Jesus sprach den Lobpreis
Nehmt und esst

Ungeachtet dieser Tatsache macht Jesus seinen Jüngern bewusst, dass sie Verantwortung tragen für jene, die um sie herum sind. Indem Jesus seinen Segen über das mitgebrachte Essen spricht, wandelt sich der Sinn der Teilnehmenden. Aus Einem unter Vielen werden Alle in einer Gemeinschaft. Aus „mein Brot“ wird „unser Brot“ - das Brotwunder kann geschehen und alle satt machen.

Kommt, ruht ein wenig aus.

Als Christen muss es uns interessieren, wie es dem Anderen geht, denn von Gott haben wir die Verantwortung füreinander erhalten. Christsein realisiert sich in Gemeinschaft in Teilhabe, Teilgabe und Teilnahme.

Wir müssen täglich immer mehr lernen, dass wird dadurch nicht ärmer werden, sondern reicher. Ja mehr noch: unter Menschen werden wir eigentlich erst Mensch. (J.B.)

 

10. Bild - Verklärung Jesu

Sie redeten mit Jesus

Für das erste Krippenbild in der Fastenzeit wurde das Evangelium des 2. Fastensonntages ausgewählt: die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor. Dem Evangelium entsprechend sind Jesus und die beiden Mose und Elija in weißen Gewändern zu erkennen. Alle drei sind im Gespräch miteinander vertieft.

Die Jünger stehen etwas abseits und sind vom Geschehen überwältigt.

 

 

Mk 9, 2 - 10 - Verklärung Jesu

(Evangelium vom 2. Fastensonntag – Lesejahr B)

 

Seine Kleider wurden strahlend weiß

 

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann.

Da erschienen Elija und Mose

Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für Dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus.

 

Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

 

Deutende Gedanken:

Wer ist dieser Jesus eigentlich?

 

Diese Frage ist eigentlich bis heute aktuell, denn so richtig verstanden haben ihn die Menschen seit damals bis heute nicht; Die Jünger, die Jesus folgen, wissen augenscheinlich nicht genau, worauf sie sich da eingelassen haben, als sie sich Jesus anschlossen.

 

Einige von ihnen sahen in ihm sicherlich einen politischen Führer, der sich gegen die römische Besatzung auflehnen und Israel befreien werde. Andere erkennen in ihm einen sozialen Umstürzler, der sich gegen die gängigen gesellschaftlichen Strukturen wendet und als Anwalt für die Schwachen und Benachteiligten eintritt,

 

Das ist mein geliebter Sohn

Zusätzlich zu all diesen Sichtweisen erfahren die Jünger, dass Jesus mehr ist als all das, was sie sich ausmalen. Dieser Jesus ist der Sohn Gottes. Und was das bedeutet, erschließt sich den Jüngern mit jedem Tag mehr, den sie zusammen mit Jesus verbringen.

Sie waren vor Furcht ganz benommen

Nicht auf einmal - sondern Schritt für Schritt. Nicht durch logische Argumentation als vielmehr durch wirkmächtige, göttliche Zeichen. Nicht alles auf dem Weg mit Jesus ist für die Jünger sofort verständlich. Sie müssen sich an die Wahrheit Gottes herantasten und tappen dabei auch manchmal im Dunkeln, denn die göttliche Wirklichkeit ist so ungemein anders und großartiger als die Begrenztheit des menschlichen Sehens und Erkennens.

 

 

Sie fragten sich, was das sei von den Toten auferstehen

Langsam scheinen die Jünger jedoch begreifen und einsehen zu müssen, dass der Weg Jesu nach Jerusalem in Leid und Tod mündet. Doch das wird nicht das Ende sein: Auferstehung heißt die letzte große Antwort Gottes! Kaum zu glauben und zu verstehen für die Jünger. Das wird noch etwas Zeit benötigen.

Die Erkenntnis Gottes vollzieht sich bis heute nicht im reinen Nachdenken, sondern vielmehr im Mitgehen mit Jesus, im „auf dem Weg sein“ mit anderen, getragen von der gemeinsamen Hoffnung und durchwirkt von Gottes Geist, der uns - wie es an anderer Stelle heißt - in die ganze Wahrheit einführen wird.

 

 

Wer ist dieser Jesus eigentlich? Für uns? Um diese Frage zu beantworten, sollten wir uns auf den Weg machen, neu aufbrechen. Der Beginn der Fastenzeit bietet uns die Gelegenheit, einen neuen Startpunkt dafür zu setzen. Viele Begegnungen und „Verklärungen“ Gottes warten darauf, gemacht zu werden. (J.B.)

Es ist gut, dass wir hier sind

11. Bild - Tempelreinigung

Tempelreinigung

Die Szene spielt im Tempel. Die Menorah (siebenarmiger Leuchter) und der Opferalter mit den Hörnern weisen auf den allerheiligsten Ort hin. Der Hohepriester liest aus der hl. Schrift (Schriftrolle) vor.

Jesus macht eine Geißel aus Stricken
Er trieb sie alle aus dem Tempel hinaus
Das Geld der Wechsler schüttete er aus

Der wütende Jesus schlägt mit einer Geißel um sich und vertreibt die Händler aus dem Tempel. Diese fliehen in verschiedene Richtungen. Umgestürzte Bänke, Körbe und Behältnisse sowie verstreutes Geld bleiben auf dem Boden zurück.

 

Joh 2, 13-22 – Die Tempelreinigung

(Evangelium vom 3. Fastensonntag, Lesejahr B)

 

Im Tempel fand er die Verkäufer

 

Das Paschafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus und ihre Tische stieß er um. Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle! Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich.

Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis
Reißt diesen Tempel nieder

Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst? Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.

Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten? Er aber meinte den Tempel seines Leibes. Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

Er meinte den Tempel seines Lebens

Während er zum Paschafest in Jerusalem war, kamen viele zum Glauben an seinen Namen, als sie die Zeichen sahen, die er tat.

 

Deutende Gedanken:

Hätten Sie diese Reaktion erwartet? Diesen Wutausbruch?

Passt das zu Jesus? Kann solch ein Jesus noch unser Vorbild sein?

Auf jeden Fall ist das hier dargestellte Bild konträr zu dem Bild, das viele von Jesus haben. Sie sehen ihn nur als „Gutmenschen“, als jemanden, der immer ein offenes Ohr und vor allem für alles Verständnis hat. Dieses Bild ist nicht falsch – aber es ist unvollständig.

Der Eifer für dein Haus verzehrt mich

Mit Jesus wird klar, was zuvor nie so deutlich in der Geschichte des Volkes mit seinem Gott wurde. Gott ist ein Gott auf Augenhöhe, ein direktes Gegenüber zu jedem Menschen, ein direkter Ansprechpartner.

Bis dahin war Gott eher als fern, unpersönlich, erhaben und distanziert wahrgenommen worden. Und dieser persönliche Gott zeigt jetzt Gefühle!

Und: er zeigt eine Grenze!

Ja, es gibt diesen Punkt, an dem Menschen die Wut Gottes auf sich ziehen. Den Punkt, an dem Menschen sich nicht nur von Gott abkehren, sondern direkt gegen ihn handeln. Neben seinen Wundern, Heilungen und Segnungen weist Jesus auf diesen Punkt hin. Beides gehört zu Gott und darf nicht getrennt voneinander betrachtet werden.

Macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle

Aber es gibt einen Unterschied zum menschlichen Zorn. Jesu Wutausbruch ist keine Anklage, kein abschließendes Urteil, kein endgültiger Abbruch. Es ist ein Hinweis, die Prioritäten neu zu ordnen, Gott neu zu suchen und ihn in den Blick zu nehmen und ganz besonders in der Fastenzeit in den Mittelpunkt zu stellen.

Insofern ist es der liebevolle Zorn Gottes, der die Menschen nicht strafen, sondern zurückführen möchte. (J.B.)

 

12. Bild - Palmsonntag

12. Krippenbild - Palmsonntag - Gesamtübersicht

Im Krippenbild zum Palmsonntag zieht Jesus in Blickrichtung auf den Betrachter in die Stadt ein. Das Stadttor ist im linken hinteren Bereich zu sehen. Nach vorne rechts dehnt sich dann eine Straßenszene aus. Durch die Öffnung nach vorne wird der gesamte Kirchenraum als Stadtgebiet Jerusalems in das Bild mit einbezogen. Der Betrachter wird dadurch animiert, sich selber zu Jesus zu positionieren.

Viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus.
Jubelnder Händler
Soldat und Hoherpriester sind gegen Jesus

Vor den Häusern jubeln Personen des Alltags Jesus zu und breiten ihre Kleider auf der Straße aus. Im linken vorderen Bereich sitzen zwei Personen  (einer davon der Hohepriester), die sich deutlich von der Szene abwenden. Sie nehmen die bevorstehende Verurteilung und Hinrichtung im Bild vorweg.

Zwei wenden sich ab und verurteieln

Mk 11,1-10 - Einzug Jesu in Jerusalem

(Evangelium zur Palmweihe am Palmsonntag, Lesejahr B)

Palmsonntag - Gesamtansicht

 

E

s war einige Tage vor dem Osterfest. Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien am Ölberg, schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus. Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los und bringt ihn her! Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, dann antwortet: Der Herr braucht ihn; er lässt ihn bald wieder zurückbringen.

 

 

Jesus setzte sich auf den Esel
Der Herr kam in die Stadt Jerusalem
Kinder liefen ihm entgegen

Da machten sie sich auf den Weg und fanden außen an einer Tür an der Straße einen jungen Esel angebunden und sie banden ihn los. Einige, die dabeistanden, sagten zu ihnen: Wie kommt ihr dazu, den Esel loszubinden? Sie gaben ihnen zur Antwort, was Jesus gesagt hatte, und man ließ sie gewähren. Sie brachten den jungen Esel zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier und er setzte sich darauf. Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus; andere rissen auf den Feldern Zweige von den Büschen ab und streuten sie auf den Weg. Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen:

Sie rissen Zweige von den Büschen ab
Die Leute riefen - Hosanna in der Höhe
Sie riefen - Gesegnet sei das Reich unseres Vaters

Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!

Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt.

Hosanna in der Höhe!

 

13.Bild - Karfreitag - Grablegung

13. Kippenbild - Gesamtansicht

Bildthema des Karfreitags ist die Grablegung. Jesus ist als in Leinen gebundener Körper dargestellt. Hierdurch wollen wir unterstreichen, dass er „wirklich tot“ gewesen ist - im Gegensatz zu der Osterbotschaft: er ist „wahrhaft auferstanden“.

Drei Frauen und Johannes am Grab
Petrus flieht vom Grab (1)
Petrus flieht vom Grab (2)

Die drei Frauen und der Lieblingsjünger sind als einzige bei Jesus geblieben. Im hinteren Teil sehen wir Petrus, der sich von der Szene entfernt. Mit ihm haben alle anderen Jünger die Flucht ergriffen: Aus Angst? - Aus Enttäuschung?

 

Joh 19, 16b – 42 - Die Hinrichtung Jesu

(Teil der Johannespassion in der Karfreitagsliturgie)

Schädelhöhe - Golgota

S

 

ie übernahmen Jesus. Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf Hebräisch Golgota heißt. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus. Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden.

Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.

Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war. Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus.

Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Johannes und Maria

Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.

Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag. Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.

Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab. Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund. Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist.

Grablegung im Garten außerhalb der Stadt

An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.

 

Er ist wirklich tot
Trauernder Abschied
Maria von Magdala

Deutende Gedanken:

„Es ist vollbracht“.

Das – nach Johannes – letzte Wort Jesu ist der dramaturgische Schlusspunkt des Lebens und Wirkens Jesu. Der lange, schwere Heilsweg ist ans Ziel gekommen.

Nicht nur das Leiden hat ein Ende, sondern die ganze „Mission“ Jesu endet im dramatischen Tod ihres Anführers.

Vollbracht? Ja, aber nicht im Sinne von ZU ENDE. Dieser Schlusspunkt ist bei Jesus ein Doppelpunkt! Denn es endet nichts; sein Tod führt zu neuem Leben. Nach drei Tagen wird er von den Toten auferstehen.

Bei Jesus heißt es nicht Ende, sondern Ewigkeit. Wenn Jesus von Vollbringen spricht, meint er nichts Abgeschlossenes, sondern das in die Ewigkeit gewandelte Leben. Die Liebe Gottes hat das letzte Wort – auch gegenüber dem Tod. (J.B.)

14. Bild - Ostern

14. Krippenbild - Überblick

Für die Osternacht bleibt das offene Grab. Das leere Innere werden wir mit Licht besonders hervorheben. Entsprechend dem Text des Markusevangeliums werden der Mann im weißen Gewand und die drei Frauen dargestellt.

Mk 16,1-8 (Die Botschaft des Engels im leeren Grab

 (Evangelium in der Osternacht, Lesejahr B)

Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hat

 

A

ls der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.

Die Wächter fielen wie tot zu Boden
Wer könnte uns den Stein vom Grab wegrollen
Furcht und Angst überfiel sie
Ihr sucht Jesus von Nazareth
Erschreckt nicht
Hab keine Angst

Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte.

Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.

Er ist auferstanden, er ist nicht hier

Deutende Gedanken:

„Halleluja, Jesus lebt!“

So verkündet eine Zeile eines bekannten Kirchenlieds die Osterbotschaft – Freude allenthalben. Jesus hat die Fesseln des Todes durchbrochen.

 

Die Osterbotschaft des Markus klingt zunächst anders: hier wird von Erschrecken, ja Angst gesprochen. Die Osterbotschaft kumuliert in dem Satz: „Er ist nicht hier.“ Das ist für die Frauen und die Jünger nun wirklich zunächst kein Grund, froh zu sein. Jesus, der ihnen Meister, Bruder, Wohltäter, Prophet und Gottessohn war, ist nicht (mehr) da.

 

Der Text kann uns darauf hinweisen, dass das „ewige Leben“ nicht ein einfaches „Weiter so“ zum irdischen Leben ist. Der Auferstandene wird in die Ewigkeit Gottes verwandelt, wobei ewig nicht so sehr eine zeitliche Dimension darstellt als vielmehr eine qualitative. Ein Leben bei Gott ist unvorstellbar anders. Die zweite wesentliche Botschaft des Markus ist: „Er geht euch voraus!“

 

Er ist vorausgegangen in den Tod.

Er ist vorausgegangen aus dem Tod zum Leben.

Er geht voraus nach Galiläa.

Er geht an Pfingsten voraus in die Herrlichkeit Gottes.

Vorausgehen ist das wesentliche Moment des Glaubens an den auferstandenen Herrn. Da, wohin Jesus geht, können wir nicht aus uns heraus folgen. Die Auferstehung ist keine Aktion des Glaubenden, sonders die des vorausgegangenen Gottessohnes. „Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen“, sagt Jesus an anderer Stelle bei Johannes. Hierdurch wird die Osterbotschaft des Markus zu einer frohen und froh machenden Botschaft. Der Herr ist nicht hier – er ist vorausgegangen und zieht uns zu sich. Halleluja, Jesus lebt!  (J.B.)

15. Bild - Auf dem Weg nach Pfingsten:

Überblick

Dargestellt wird die junge Gemeinde Jesu zwischen Ostern und Pfingsten. Sie lebt und zehrt von den Erlebnissen und Erzählungen des Auferstehungsereignisses. Das christliche  Glaubensbekenntnis vom wahrhaft leiblich auferstandenen Herrn beginnt zu entstehen. Sie erwartet die Geistesgabe, die Ihnen die Augen und Ohren für das Verständnis öffnet und Ihnen Mund, Hände und Füße antreibt, das Evangelium in die Welt zu tragen. Entgegen der Erzählung im Evangelium, wird im Krippenbild Christus nicht figürlich dargestellt.

Blick ins Bethaus

Im abgeschlossen Raum finden sich Jüngerinnen und Jünger Jesu, die einander von ihrem persönlichen Auferstehungserlebnis berichten:

Maria zeigt die Leinenbinden
Emmaus-Jünger zeigen das Brot
Seht das Emmaus-Brot

- Maria steht in zentraler Position und zeigt den anderen Anwesenden die Leinenbinden, die zuvor den Leib Ihres Sohnes umhüllten.

- Die Emmaus-Jünger stehen auf der Seite und zeigen den anderen das gebrochene Brot, an dem sie den Herrn erkannt haben.

Die ganze Gemeinde verharrt noch in der Furcht und in der Freude. Es wird noch ein paar Tage dauern, bis es kein Halten mehr gibt und der Geist Ihnen die Kraft verleiht, dem Auftrag des Herrn gerecht zu werden: „Ihr seid Zeugen dafür!“

 

Lk 24, 33b-49

(Evangelium vom dritten Sonntag der Osterzeit, Lesejahr B)

In Erwartung

Und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben.

Essen und Beten

Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür. Und ich werde die Gabe, die mein Vater verheißen hat, zu euch herabsenden. Bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet.

Deutende Gedanken

Die Osterbotschaft ist eine dialektische Botschaft. Im zitierten Evangelium nach Lukas hören wir sie besonders deutlich. Furcht und Freude. Wie passt das zusammen

Furcht und Freude

 

Furcht ist bei den Evangelisten nicht Angst, sondern Gespür der Größe, im eigentlichen Sinn: Ehr - Furcht. Die nachösterliche Gemeinde spürt in vielen Ereignissen und Begegnungen, dass sie Teil von etwas Großem, von etwas Einmaligem geworden ist. Und Lukas betont dabei, dass dieses Große nicht irgendein abstraktes, rein vergeistigtes Ereignis ist. Es findet zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort in einer bestimmten Gemeinschaft statt und bezieht sich auf genau den Jesus, der jetzt als Christus erkannt, geglaubt und bekannt wird.

 

 

Christus ist wahrhaft auferstanden!

 Der Übergang von der Hoffnung vor dem Karfreitag zum Glauben nach Ostern ist ein Hineinwachsen in das Verständnis des Lebens Jesu im Kontext der gesamten Schrift, bis zur Erkenntnis: Wir sind Zeugen dafür, dass dieser Jesus nicht im Tod bleiben konnte.

Der auferstandene Christus öffnet selbst die Augen, dass er erkannt wird und er verheißt den Geist, der das Erkannte weiter wirken lässt und antreibt zum Pfingstzeugnis der jungen Kirche. Diese Dynamik hat der Geist bis heute – wenn wir das eigene Erleben des Auferstanden zulassen. (J.B.)

 

Pfingsten - der Geist bewegt

16. Bild - Pfingsten

Versammelte Gemeinde

Im Raum, in dem die Jünger betend warten, sind nun die Türen geöffnet. Da die Göttlichkeit nicht in persona dargestellt wird, bringen Licht und Wind „Bewegung“ in das pfingstliche Bild. Die frühkirchlichen Gemeindemitglieder sind mit leichten Gewändern angezogen, die sich in einem Windzug bewegen (der durch versteckte Ventilatoren erzeugt wird). Ein helles Licht scheint von draußen in den Raum hinein. Hierdurch soll das göttliche Wirken verdeutlicht werden.

Be-Geisterung
Begeistertes Kind
Be-Geisterung

Einzelne Personen im Vordergrund brechen aus der Szene heraus nach „außen“ auf (zum Kirchraum hin). Sie machen sich auf den Weg zur Mission und Verkündigung.

 

Missionar
Missionarin

Joh 20, 19-23  Pfingsten – Sendung des hl. Geistes

 (Evangelium vom Pfingstsonntag, Lesejahr B

Hinter verschlossenen Türen

A

m Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

 

Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.

Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Empfangt den hl. Geist
Hl. Geist in Wind und Licht

 

Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

Deutende Gedanken:

Ein einziger Satz Jesu reicht aus, um das zu beschreiben, was jetzt von den Jüngern erwartet wird.

 

Geht hinaus in die Welt

„Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“

-        Was für ein Auftrag!

-        Was für eine Ehre!

-        Was für eine Überforderung?

Die Jünger Jesu sollen nicht weniger als die Sendung Jesu fortführen, sie bis zur Vollendung aller Dinge weitertragen, an seiner statt. Die Jünger sollen Kirche sein und werden – immer mehr!

Gott vertraut sich und seine Sache den Menschen an. Er will die Menschen nicht als unterwürfige Diener, sondern als Partner. Nicht als passive Empfänger, sondern als aktive Gestalter.

Wir wären heute damit überfordert, wenn da nicht die eine Gabe wäre, die Gott selbst ist. Der Geist, der lebendig macht, der in die ganze Wahrheit einführt, der Beistand und Ratgeber ist, der Gott erfahrbar werden lässt und befähigt, aus seiner Kraft Leben und Glauben zu gestalten. Wir sollen heute seine Kirche sein und werden – immer mehr. Gott will es! (J.B.)